Gespräche über künstlerische Arbeit und Forschung, sowie über politische, soziale und ökonomische Parameter der Tätigkeit im Kunstfeld. Eine Öffentliche Vortrags- und Gesprächsreihe der Kunstschule Wien in Kooperation mit depot, Raum für Kunst und Diskussion und Kinoki. Audiovisuelle Selbstbestimmung!
http://artormore.blogspot.co.at

Do. 25.1.18, Apotheke
Precarium
Der Verein “precarium – Labor für Kunst” ist eine off-space initiative von Elisabeth Schafzahl und Philipp Wegan. In der precarium Ausstellungsreihe  “KünstlerInnen stellen Rezepte aus” nehmen Künstler und Künstlerinnen Rezeptscheine zur Hand wie ein Arzt, der eine Verordnung auf ein Rezeptformular notiert, um die Patienten damit zum Erwerb der Medizin in die Apotheke zu schicken. Wie aber sieht ein Rezeptschein aus, der von einem Künstler, einer Künstlerin ausgestellt wird? www.precarium.at

Do. 11. 1.18, depot
Kinoki. Audiovisuelle Selbstbestimmung!
Seit mehr als 25 Jahren stellt kinoki in Wien politische Dokumentarfilme zur Debatte und arbeitet mit am kritischen Verständnis der filmischen Konstruktion von Wirklichkeit. Der Bezug auf die Euphorie der historischen Anfänge, als das Kinoki-Kollektiv im Zuge der Sowjet-Revolution die Sterne mit ihren Projektoren blenden wollte, hat im Lauf der Zeit einem politischen Pragmatismus Platz gemacht, der die dokumentarische Illusion als gleichzeitige Überlistung und Verdichtung der Realität untersucht. Damit bringt kinoki ein Jahrhundert Euphorie und ein Vierteljahrhundert Pragmatismus in die Debatte ein, um erneut die Frage zu stellen: “Was tun?”
Do., 16. 11.17 depot
Tina Leisch
ist Filmemacherin und kommentiert ihren jüngsten Dokumentarfilm Tanz und gib ihm! (A 2016, 83 min.) Aleks, David und Miki, die Kämpfer aus dem Jugendzentrum, sind Fans von Philipp Schranz/Österreichischer Meister in Mixed Martial Arts. Die Jungfilmemacher Lorenz und Philipp bewundern Franz-Josef Huainigg, der trotz seiner körperlichen Beeinträchtigungen Nationalratsabgeordneter ist. Fatih, der Journalist werden möchte, ist fasziniert von Franz Viehböck, der erste und bisher einzige Österreicher im All und von Max Schrems, der erfolgreich Facebook verklagt hat. Stefan, der als Sohn zweier Lesben aufgewachsen ist, führt neugierig-liebvolle Gespräche mit seinem Samenspender-Vater und Jungfußballer Daniel träumt von David Alaba, Österreichs aktuell größtem Fußballstar. Tina Leischs Film begleitet den Alltag von 15 jungen Männern aus unterschiedlichen Familien auf dem Weg zur Verwirklichung ihrer Träume. “Schweben wie ein Schmetterling und stechen wie eine Biene”, sagte Muhammad Ali. Aleks übersetzt das ins Wienerische: “Tanz und gib ihm!”. Muhammad Ali hätte das bestimmt gefallen.
Do., 7.12.17 depot
Dariusz Kowalski
ist Filmemacher und kommentiert seinen jüngsten Dokumentarfilm Seeing Voices (A 2017, 93 min.) Die ProtagonistInnen in Seeing Voices sind zwar gehörlos, aber ohne Worte sind sie deshalb wahrlich nicht: Die Gebärdensprache birgt ein Paralleluniversum voller Ausdruckskraft und Magie, das den meisten Hörenden unerschlossen bleibt. Ayse, Helene und die gehörlosen Mitglieder der Familie Hager vermissen weder Musik noch das Zwitschern der Vögel, schließlich haben sie es nie gehört, sehr wohl aber vermissen sie das Recht auf ihre Muttersprache. Diesen schmalen Grat zwischen der hörenden und der gehörlosen Welt meistern sie alle auf völlig unterschiedliche Weise – aber keineswegs leise.